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Segelpflege

 

Jeder Segler freut sich, wenn ein neues Segel an Bord ist. Das Boot segelt plötzlich wieder schneller, das neue Segel lässt sich wieder richtig trimmen. Doch ein Segel ist ein Gebrauchsgegenstand und als solcher verschleißt er und kann Schaden nehmen. Damit Sie möglichst lange Freude an Ihrem Segel haben und kein Stammkunde in Sachen Reparaturen werden, gibt es ein paar Dinge, die sie berücksichtigen sollten.

 

Zusammenlegen von Segeln:

Am besten lagert man ein Segel gerollt. Besser noch, man rollt es um einen Kern aus Kunststoff (z.B.eine Poolnudel oder ein Stück KG-Rohr aus dem Baumarkt). Haben sie diese Möglichkeit nicht, sollten sie Ihr Segel in große gleichmäßige Falten parallel zum Unterliek legen. Um die richtige Größe abzuschätzen, legen sie Ihren mitgelieferten Segelsack neben das Segel, bevor Sie die erste Bucht schlagen. Ihr Segel sollte am Ende ein wenig schmaler liegen als der Segelsack. Liegt das Segel in Falten, rollen sie es locker von einer Seite auf und binden es mit einem Zeising zusammen. Achten sie dabei möglichst darauf, dass kein Knick durch das Fenster läuft. Ggf. wird eine Bucht kleiner als nötig gelegt, um das Fenster zu schonen.

Ein Spinnaker wird auf die Hälfte gelegt, indem man die beiden Schothörner übereinanderlegt und verfährt auf dieselbe Weise wie bei Großsegel und Fock.

Achtung: Packen Sie das Segel nie kleiner als nötig zusammen. Dies verursacht unnötige Belastung für das Tuch und sorgt für schnelleres entstehen von Schäden. Nutzen Sie nie einen Segelsack der kleiner ist, als der von uns gelieferte.

Lagerung:

So oder so gilt immer: Lagern Sie Ihre Segel trocken und gut belüftet.

Vor der Wintereinlagerung sollten jedoch noch ein paar zusätzliche Dinge beachtet werden:

  1. Segel nach der Saison mit Süßwasser vom groben Dreck und Salzrückständen befreien. (Verwenden Sie keine aggressiven Reinigungsmittel, dieses Beschädigen das Tuch. Mehr Infos unter „Reinigung“)
  2. Lassen Sie die Segel vollständig trocknen, um Stockflecken zu verhindern.
  3. Kontrollieren Sie das Material auf eventuelle Beschädigungen (mehr Infos unter „Durchsicht“) und nutzen den Herbst, um eventuell anfallende Reparaturen bei uns durchführen zu lassen. So können Sie zum Saisonbeginn direkt durchstarten.
  4. Wählen Sie einen Lagerplatz, der vor Mäusen sicher ist, damit es im Frühjahr keine bösen Überraschungen gibt

Pflege

Je pfleglicher ein Segel behandelt wird, desto länger hat man Freude daran.

Deshalb sollten Sie besonders wenn Sie im Salzwasser segeln das Segel regelmäßig mit klarem Süßwasser abspülen. Ansonsten gilt bei der Reinigung folgendes zu beachten:

✓Handwarmes Süßwasser

✓Milde Seifenlauge (Beispielsweise Spülmittel)

✓Sehr Weiche Bürsten oder Schwämme

✘Scheuermittel

✘Andere aggressive Reinigungsmittel

✘Heißes Wasser

✘Salzwasser

✘Harte Bürsten oder Schwämme

Nach der Reinigung sollte mit ausreichend sauberem Wasser nachgespült werden, um eventuelle Seifenreste zu entfernen. Anschließend ist es besonders wichtig, das Segel immer komplett durchtrocknen zu lassen.

Zur Pflege eines Segels gehört auch die regelmäßige Durchsicht des Segels, denn: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Segel werden hergestellt, um sowohl haltbar als auch leistungsfähig zu sein. Wenn man sie vernünftig pflegt, hat man viele Jahre und viele Seemeilen Freude an ihnen. Aber viele Dinge geschehen oft nicht so, wie sie eigentlich sollten. Manchmal braucht es nur einige Minuten, um ein Segel ernsthaft zu beschädigen. Umso wichtiger ist es, dass Sie nicht mit einem bereits beschädigten Segel ablegen.

Durchsicht

Achten Sie auf eventuelle Scheuerstellen im Tuch. Meist entstehen diese beim Segeln, weil z.B. die Salinge scheuern. Mit ein wenig Erfahrung und der richtigen Interpretation „erzählt“ das Segel, an welchen Stellen an Bord vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden müssen, um Schäden zu vermeiden. Kommen Sie gerne mit Ihrem Segel zu uns und wir erörtern gemeinsam, wodurch Ihr Segel Schaden genommen hat und wie sich dies zukünftig vermeiden lässt.

Weitere häufige Beschädigungen eines Segels:

  1. Enden der Lattentaschen sind durchgescheuert/ Latten „stechen“ durch die Tasche
  2. Nähte öffnen sich oder sind angescheuert
  3. An Knickstellen bricht das Tuch und es entsehen kleine Risse
  4. Eingezogene Vorlieken sind durch die Mastnut angescheuert
  5. Achterliek durch UV-Strahlen beschädigt
  6. Das Vorliek vom Großsegel lässt sich nicht mehr durchsetzen. (Das innenliegende Tau ist geschrumpft)

Die meisten Defekte an einem Segel lassen sich beheben oder zumindest verringern. Zögern Sie eine Reparatur keinesfalls hinaus. Wenn sich ein Schaden andeutet, sollte dieser schnellst möglichst behoben werden, bevor ein Riss entstanden oder eine Stelle durchgescheuert ist. Dies vereinfacht die Reparatur erheblich und es entstehen meist weniger Kosten.

Gerne kontrollieren wir Ihr Material bei uns in der Segelmacherei.

Prophylaxe an Bord

Oft reicht es, einmal mit offenen Augen über das Deck zu gehen, um potentielle Gefahren für das Segel auszumachen.

Kontrollieren Sie das stehende und laufende Gut, wie z.b. Salinge, Schäkel, Blöcke und andere Beschläge, auf scharfe Kanten, herausstehende Splinte oder andere mögliche „Gefahrenstellen“. Tapen sie diese ggf. ab, bringen Sie Salingschoner an oder tauschen Sie Material aus. Auch hier beraten wir Sie gerne.

An Großsegeln ist es oft nötig sogenannte SalingpatchesOpferbahnen anzubringen. Das Achterstag und die Salinge können das Tuch stark beschädigen. Wie eine Opferanode am Rumpf des Bootes werden Tuchverstärkungen aufgeklebt, die anstelle des Segels beschädigt werden

Schutz vor UV-Strahlen

Ein negativer Einfluss auf Ihr Segel, den Sie jedoch nicht kontrollieren können, sind die UV-Strahlen. Trotzdem können Sie Ihr Segel schützen, denn die wenigste Zeit sind die Segel in Benutzung. So entstehen die wirklich gravierenden UV-Schäden im aufgerollten bzw. geborgenen Zustand. Achten Sie bei Ihrem nächsten Segeltörn einmal auf Boote, die unter Rollfock segeln. Oft kann man einen deutlich dunkleren Streifen entlang des Achterlieks erkennen. Vielleicht sogar an Ihrer Fock?  Dieser dunkle Streifen entsteht genau dann, wenn das Segel angeschlagen auf der Rollanlage verbleibt und weder ein UV-Schutz aufgebracht ist oder eine Persenning verwendet wird. Auch wenn diese Verfärbung auf den ersten Blick nur ein Schönheitsmakel ist, birgt er ein großes Risiko für Ihr Segel. Ist das Tuch erst einmal in diesem Zustand, dauert es nicht mehr lange, bis das Achterliek einreißt. In solchen Fällen kann das Segel nur noch durch eine „Not-OP“ gerettet werden. Das Achterliek muss komplett neu gestrakt werden und der beschädigte Teil abgeschnitten. Das bedeutet eine erhebliche Verkleinerung der Segelfläche und birgt aufgrund der aufwändigen Arbeiten eine unnötig große Investition. Dabei ließe es sich auf einfachem Wege verhindern:

Verwenden sie stets eine Persenning über Ihrem Segel. Bei einer Rollfock sollte mindestens ein sogenannter UV-Schutzstreifen aufgebracht sein.

Dadurch schützen Sie Ihr Segel effektiv vor UV-Strahlen und Schmutz. Eine Investition die sich definitiv lohnt. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Art von Schutz für Sie und Ihr Boot die richtige ist, sprechen Sie uns einfach an, wir beraten Sie gerne.

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Das Team von Nautic One wünscht Ihnen viel Segelvergnügen und stets eine handbreit Wasser unterm Kiel!